Einsamer Schwachsinn

Als ich gestern von der Arbeit nach Hause kam, hatte es gerade begonnen zu regnen. Der Himmel war wunderschön schwarz, doch konnte mir der Regen den Schmutz nicht von der Seele waschen. Bitte verzeiht mir! Wo seid ihr alle hin? Warum muss ich alleine durch die Welt gehen, in der mich nicht mal der Nebel einlullen kann? Blindheit kommt vor dem Zusammenstoss mit dem Spiegelbild der eigenen Person, das Auge isst mit. Dieser Kannibale verspeist schmatzend schmökernde Scheuklappen an seinen Flanken, dramatische Momente im Nichts erzeugend. Der Wind konnte meine Gedanken nicht wegblasen, immer weiter vergaloppierte sich der Bewusstseinsstrom im Regen, der Schwachsinn stieg ein in den goldenen Reigen. Der Medizinmann tanzte wild , die Trommler in der Nacht hatten die letzte Maus ins Loch gelockt. Die Geister waren vollbeschäftigt. Immer schneller drehte sich das Karusell, schneller, noch schneller, zum Schluss dachte die Fliehkraft: nichts wie weg! Unendliche Geschwindigkeit, endlich das perpetuum mobile, auf das wir so lange gewartet haben, und nichts konnte aufgehalten werden. Jeder Wiederstand brauchte keinen Zweck. Sinkende Schiffe tanzten auf Rattenwellen, während die Kater neben den Mäusen Ablass bezahlten. Am Anfang war der Wind, wohin geht’s so geschwind mein Kind? Ich blute übers ganze Gesicht, meine ehemaligen Geliebten reissen mir fortwährend Haare aus. Bitte verzeiht mir! Tut mir leid, mein Geist ist stärker. Nein, ich bin nicht nur heute so.




Copyright © 2003 by Michael Szalay