| Flaschenpost, 15. April |
Das Boot ist schon gesunken, aber in Wirklichkeit ist nichts geschehen. Das Dinner geht weiter. Das virtuelle Wetter ist klar. Noch keine Panik auf dem Zwischendeck. Das Wasser ist gestiegen, das ist wahr. Im Wasser tragen die Stimmen weit, im Äther, im Netz. Viele verschiedene Stimmen höre ich, oder ist es das vielstimmige Echo einer einzigen Stimme? Von fern höre ich ihren Schwanengesang. Triumphale Freude höre ich über die herrlichen Bomberströme, die eleganten Raketen, die das Wasser verdampfen, die ein freies Land schaffen für die Überlebenden. Streite nicht mit mir auf dem Wasser, ich bin ein Teil der Flut. Appeasement ist von allen Werken des Menschen vermutlich das friedlichste, höre ich, also Scheiße, oder ist das eine Verwechslung? Es ist ein fataler Patzer der Wölfe die Lämmer auszurotten. Nur zu: Ein wölfisch Wesen springt aus Lammesmienen und umgekehrt. Der tapfere Feuerwehrmann, der seinen Strahl richtet gegen die brodelnde Lava, der die schwarzgesichtigen Heizer zurückdrängt in den Maschinenraum. Erfreulich klein die Zahl erstarrter Leiber, die eine Mauer bilden zum Dämmen dieser Flut. Vorläufig keine Panik in den bunten Holzhäusern hinter dem Deich. Sagte da einer: Auch dieser Krieg ist noch nicht zu Ende. ? Muss einer immer reden? Ein wenig Ehrlichkeit ist auch eine Lüge. Ein wenig Grazie wäre besser gewesen oder Schweigen. |
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